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Die Sammlung

Während seiner Lehrtätigkeit in Kinshasa und bei Studien- und Arbeitsreisen in andere Länder Zentralafrikas hat Peter Weihs eine stets wachsende Begeisterung für die unglaubliche Vielfalt der Kultur Schwarzafrikas entwickelt. So legte er in drei Jahrzehnten eine sehr persönlich und künstlerisch motivierte Sammlung alter und neuer Kunst an: als wichtige, Verständnis fördernde Boten im Kulturaustausch und – beim Ankauf aktueller Kunst – als bescheidene Förderung der befreundeten schwarzafrikanischen Künstler.

Masken und Skulpturen

Alte afrikanische Kunst in Beispielen von Masken und Rundplastiken verschiedener Regionen und Stämme: Es geht hier nicht so sehr um die ethnologische Herkunft oder die exakte Einordnung der Stile, sondern hauptsächlich um den kreativen und plastischen Wert dieser Objekte, Ahnenfiguren, Fetische und Masken für Tanz- und Initiationsrituale.
Leider verschwanden viele dieser wichtigen Beispiele afrikanischer Plastik in europäischen Museen, in den Kultursammelgruften oder in unzugänglichen Privatsammlungen und haben daher noch nicht den richtigen Platz gefunden. Das macht den Vergleich mit der Entwicklung anderer Kulturen so schwierig.
Bestechend ist die Vielfalt der skulpturalen Lösungen, die gekonnte und sichere Reduzierung auf die einfachste und wesentlichste Form, auch bei den Mensch-Tierdarstellungen mit ihren religiösen, heilenden oder auch nur materiellen Werten (z.B. als Brautpreis)
„Ich verstehe diese gesammelten Objekte und Arbeiten als Einführung. Sie sollen uns vertraut machen mit einer uns kaum bekannten Kultur. Dies gilt auch für die Beispiele der „Peinture Populaire“, einer für die Afrikaner selbst sehr jungen Ausdrucksform, denn das Tafelbild, die Malerei ist in der Bildenden Kunst des schwarzen Kontinents die jüngste und deshalb auch sehr frische und „erfrischende“ Ausdrucksform.“ Peter Weihs

Volksmalerei im Kongo

Die populäre Malerei, die sich hauptsächlich in den neuen Großstädten der der Regionen entwickelt hat (der Grund dafür liegt auch an der Möglichkeit der Anschaffung des notwendigen Arbeitsmaterials wie Ölfarbe, Pinsel, Leinen, Spanplatten usw.) ist heute am stärksten in Kinshasa vertreten (genauso wie die moderne Musik mit dem nicht mehr wegzudenkenden Aufwand an Elektronik).
Aus der Tradition kennen wir die Hausbemalung, die Rindenmalerei der Pygmäen, die Körperbemalung. Ein weiterer wichtiger Schritt war der Beginn der Malerei auf den Fassaden von kleinen Geschäften, wo alle angebotenen Verkaufsartikel sorgfältig dargestellt werden, – dann die Wandmalereien zur Verschönerung von kleinen Bistros, Cafés oder Nachtclubs. Ähnlich verziert wurden die Eingänge von Kirchen oder Gebäuden religiöser Sekten, -Filmplakate sind zumeist gemalt.
Bei dieser Art von Malerei handelt es sich also um eine den lokalen Bedürfnissen und Anliegen gerecht werdende Werbearbeit. Ergänzt durch von Fotografien abgemalte Porträts, Auftragsarbeiten für bekannte Musiker, Sportler und Politiker oder auch ganz einfach Familienporträts in einem gewünschten Ambiente.
Es folgt die fast schon journalistische Aufzeichnung sozialer Missstände oder politischer Ereignisse. Solche Darstellungen, gezeichnet und gemalt mit Spontaneität und ehrlicher Überzeugung haben, so Peter Weihs, eine wichtige dokumentarische Aussage.